25.10.2011

Studie ermöglicht Lokalisierung von Potenzialregionen für Anbau von Energiepflanzen und Einspeisung von Biogas

DVGW erstellt Biogaspotenzialatlas

Der DVGW Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches erarbeitet derzeit eine innovative, auf Geoinformationssysteme gestützte Potenzialstudie, die Aufschluss über die nachhaltig erzeugbaren und einspeisbaren Biogasmengen in Deutschland gibt. Der Biogaspotenzialatlas, der seit Dezember 2010 im Rahmen der DVGW-Innovationsoffensive Gas von renommierten Forschungsinstituten entwickelt wird, stellt die Potentiale für die gesamte Bundesrepublik auf regionaler Ebene dar. Auf der größten gaswirtschaftlichen Tagung in Deutschland, der vom 25. bis 26. Oktober 2011 in Hamburg stattfindenden gat, werden aktuelle Forschungsergebnisse zum Biogaspotenzialatlas präsentiert.

Ende 2011 werden in Deutschland rund 100 Biogas-Einspeiseanlagen und 7.000 Biogasanlagen in Betrieb sein - Tendenz steigend. Um die klimapolitischen Vorgaben der Bundesregierung zu erfüllen, sind jedoch voraussichtlich mehr als 1.000 Biogas-Einspeiseanlagen bis 2020 und mehr als 2.000 Anlagen bis 2030 erforderlich.
Die nachhaltige Erzeugung der Biomasse und Verwendung der Gärreste unter Berücksichtigung der Bodenbelastung und des Trinkwasserressourcenschutzes ist dabei fester Bestandteil der Analysen. Ebenso fließt die räumliche Nähe des Erzeugungspotentials zur bestehenden und künftigen Gasinfrastruktur ein. Ein weiterer Schritt prüft die tatsächliche Aufnahmekapazität der Gasinfrastruktur. In die Betrachtungen sind somit die Sicherung der Rohwasserqualität durch gewässerschützenden Energiepflanzenanbau und nachhaltiges pflanzenbedarfsgerechtes Düngen mit Gärresten einbezogen.

Dadurch wird es einerseits möglich, zukünftige Schwerpunktgebiete für den Anbau von Energiepflanzen und die Biogaseinspeisung zu lokalisieren sowie schon heute notwendige Gasinfrastruktur-Anpassungen auf ihre Nutzbarkeit hin zu planen. Andererseits werden für den Schutz der Trinkwasserressourcen relevante und besonders sensible Gebiete identifiziert, in denen bereits heute Gewässer belastende Nährstoffüberschüsse vorliegen oder durch zunehmenden Energiepflanzenanbau und Gärresteverwertung zu erwarten wären. Die Landwirtschaft sowie die Gas- und Wasserwirtschaft werden durch den Biogaspotentialatlas auf die steigende Zahl von Biogasanlagen und -einspeiseanlagen vorbereitet.

Biogasanlagen erfahren aufgrund der aktuellen politischen und gesellschaftlichen Entwicklung zunehmend an Bedeutung für die Energieversorgung in Deutschland. Sie können zu einer sicheren Gasversorgung beitragen und als speicherbares Medium die regenerative Stromerzeugung wie Windkraft oder Photovoltaik optimal ergänzen. Der Gesetzgeber hat im erneuerbaren Energien Gesetz (EEG) die Biogaserzeugung privilegiert und einen Vorrang zur Einspeisung von Biogas bzw. des daraus erzeugten Stroms gegenüber der konventionellen Energie eingeräumt. Darüber hinaus hat die Bundesregierung im Zuge des Ausbaus erneuerbarer Energien auch klare Ziele für Biogas festgeschrieben. Bis 2020 sollen 6 Milliarden Kubikmeter Erdgas durch Biogas ersetzt werden, bis 2030 sollen es 10 Milliarden m³ sein.